Ein Lost Place mit historischem Ringofen
Die Alte Ziegelei „Rotes Haus“ in Meißen war einer meiner ersten Lost Places, die ich fotografiert habe. Als ich das Gelände 2015 besuchte, lag der Betrieb bereits seit mehr als 20 Jahren still. Wo einst Ziegel für den Wohnungsbau produziert wurden, standen damals nur noch teilweise erhaltene Fabrikgebäude, lange dunkle Gänge und verlassene Produktionsräume.
Die Geschichte der Ziegelei reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Mit der zunehmenden Industrialisierung entstanden in Meißen mehrere Ziegeleien, die den wachsenden Bedarf an Mauer- und Dachziegeln deckten. Das „Rote Haus“ entwickelte sich zu einer industriellen Produktionsstätte, deren erhaltene Gebäude heute noch von dieser Zeit zeugen.
Besonders beeindruckend war der große Hoffmannsche Ringofen, der damals noch mitten in der verlassenen Anlage stand. Im Inneren war es beinahe vollständig dunkel. Dazu kamen lange Gänge, ein altes Schienensystem und verschiedene Maschinen und Einrichtungen aus der Zeit der Ziegelproduktion. Gerade diese Kombination aus Größe, Dunkelheit und industrieller Architektur machte die Ziegelei für mich zu einem besonderen Lost Place.
Zu DDR-Zeiten wurde im VEB Ziegelwerk „Rotes Haus“ unter anderem mit Hochlochziegeln produziert. Der Betrieb lief schließlich bis Ende 1993 und war damit die letzte Meißner Ziegelei.
Nach der Stilllegung wurden Teile der ehemaligen Ziegelei abgerissen, während andere Gebäude noch lange leer standen. Als ich 2015 dort unterwegs war, konnte man die industrielle Vergangenheit noch unmittelbar erleben. Viele Bereiche waren bereits vom Verfall geprägt, gleichzeitig waren zahlreiche Details der ursprünglichen Anlage noch erhalten.
Inzwischen hat sich das Bild grundlegend verändert. Das historische Ensemble wird seit den 2020er-Jahren aufwendig saniert und in ein Wohnquartier integriert. Dabei bleibt der denkmalgeschützte Ringofen als Herzstück der alten Ziegelei erhalten. Auch das ehemalige Maschinenhaus wird umgebaut.
Besonders spannend finde ich, dass der Ringofen nicht einfach nur als Denkmal stehen bleibt: Direkt über dem historischen Ofen entstehen neue Wohnungen, während seine ursprüngliche Struktur weiterhin sichtbar und erlebbar bleiben soll. Außerdem ist ein kleines Museum geplant, das die Geschichte der Ziegelei dokumentieren soll.
Meine Fotos stammen aus dem Jahr 2015 und gehören damit zu meinen frühen Lost-Places-Aufnahmen. Aus heutiger Sicht würde ich fotografisch sicherlich einiges anders machen. Trotzdem möchte ich die Bilder nicht missen – gerade weil sie einen Zustand dokumentieren, den es so heute nicht mehr gibt. Aus dem verlassenen Fabrikgelände ist inzwischen ein neues Quartier entstanden, während die historische Ziegelei zumindest in ihren wichtigsten Teilen erhalten bleibt.
Wer meine Arbeit unterstützen möchte, kann mich gern bei Ko-Fi unterstützen: Bring mich dahin!
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Lost-Places-Fotografie aus Meißen
Ich bin Philipp aus Meißen und fotografiere seit einigen Jahren verlassene Orte. Verwitterte Mauern, zerbrochene Fenster und verblasste Erinnerungen - diese Orte erzählen Geschichten von einer vergangenen Zeit. Mich fasziniert die morbide Schönheit dieser Orte und die Spuren der Zeit, die sie tragen.
Mit meiner Kamera halte ich diese vergessenen Momente fest und bewahre sie vor dem Vergessen. Dabei gibt es immer ein Motto: "Nimm nichts mit, außer Fotografien und hinterlasse nichts, außer Fußspuren!".
Neben der Lost-Places-Fotografie entstehen auf meinen Reisen und Touren auch Fotografien von Städten, Landschaften, Stadien und anderen besonderen Orten.
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