Im August stand unser Montenegro-Trip an: 6 Personen, 10 Nächte und 4 verschiedene Unterkünfte. Los ging es an einem Donnerstag: Früh am morgen fuhren wir mit dem Zug von Meißen über Dresden zum Flughafen BER, wo der Flieger nach Verspätung Richtung Podgorica abhob. Dort angekommen haben wir unser Mietauto in Empfang genommen und fuhren, mit Zwischenstopp in Cetinje, nach Kotor. Gleich beim Hinweg führte unser Weg die Serpentinen von Kotor herunter, wo es 1.600 Meter Höhenunterschied zu überbrücken galt. Ein wirklich abenteuerlicher Weg.

Die Bucht von Kotor wird gerne auch als südlichstes Fjord Europas bezeichnet, sie erinnert direkt an die Fjörde wie sie in Skandinavien vorkommen. Die Bucht ist nicht nur eine große Bucht, es sind eher vier einzelne Becken, die über schmale Meerengen mit dem Meer verbunden sind.

Direkt am Wasser, etwa auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt, bezogen wir unsere Ferienwohnung. Vom Garten konnten wir jeden Tag den traumhaften Blick auf die Felsen genießen. Einmal über die Straße laufen und man konnte direkt ins Wasser springen.

Kotor - Stadtrundgang

Am zweiten Tag erkundeten wir direkt die sehr sehenswerte Altstadt von Kotor, die im Sommer aber auch sehr gut touristisch besucht ist. Allgemein ist Kotor, im übrigen die älteste Stadt von Montenegro, das Touri-Ziel Nr. 1. Fast jeden Tag kommt ein Kreuzfahrtschiff an, teilweise sogar zwei an einem Tag. Trotzdessen ist Kotor ein Muss für jeden Montenegro-Besucher und wahrscheinlich der schönste Ort im Land.

Der tägliche Blick von unserer Ferienwohnung sah im übrigen so aus.

Kotor - Aufstieg zur Festung

Am letzten Tag in Kotor stand noch ein anstrengender Trip an: Der Weg hinauf zur Festung von Kotor. Bevor man die Treppen erklimmen konnte, musste aber noch die Schranke passiert werden, denn kostenlos ist der Aufstieg leider nicht. Stolze 8 € kostet der Eintritt pro Person, dafür wird man, wenn man oben angekommen ist, aber von einem traumhaften Ausblick belohnt. Über 1.350 Treppenstufen führt der Weg teils steil nach oben. Etwa auf der Hälfte des Weges (oder auch etwas früher/später) kommt man noch an einer alten Kirche vorbei, die ein super Motiv ist und die man immer wieder auf Bildern von Kotor sieht. Bei ca. 35 Grad war das ein extrem anstrengender Aufstieg, gelohnt hat es sich aber trotzdem.

Budva

Während wir noch in Kotor waren, wollten wir auch mal direkt an die Adria-Küste fahren. Ziel sollte dabei Budva sein, eine sehr alte Stadt, die 1979 bei einem Erdbeben fast komplett zerstört und anschließend wieder originalgetreu aufgebaut wurde. Dort angekommen erfolgte aber die große Enttäuschung: Man findet keinen Parkplatz, massenhaft Touristen und an der Küste ein Hotel-Komplex nach dem anderen. Da wir keine Parkmöglichkeit gefunden hatten, sind wir auch direkt weitergefahren und haben an einem auch sehr schönen Ort, wo die zwei Bilder entstanden sind, gegessen. Fazit: Budva lohnt sich nicht, außer man steht auf Massentourismus.

Auf dem Weg nach Budva hielten wir an einem Aussichtspunkt, wo man einen Blick auf einen anderen Teil der Bucht von Kotor hat. Man blickt von hier Richtung Tivat, links sieht man auch noch die Landebahn des Flughafen.

Perast

Nach vier Nächten hieß es Abschied von Kotor zu nehmen. Unser neues Ziel sollte der Nationalpark Durmitor im Norden des Landes sein. Einen Zwischenstopp gab es aber noch in Perast, ein hübscher Ort in der Bucht von Kotor, ein absolutes Highlight und ein Muss, wenn man in Kotor ist. Besonders sehenswert ist die Uferpromenade sowie die beiden kleinen Inseln St. Georg (Sveti Đorđe) und St. Maria vom Felsen (Gospa od Škrpjela). Letztgenannte Insel kann auch besichtigt werden, auf der anderen Insel befindet sich ein Friedhof und ein aus dem 12. Jahrhundert stammendes Kloster. Alle Kreuzfahrtschiffe mit dem Ziel Kotor müssen im übrigen durch die kleine Meeresenge, die man auf den Bildern sieht.

Slansko Jezero

Ebenfalls auf dem Weg in den Nationalpark sind die folgenden Bilder am Slansko Jezero bzw. Slano See entstanden.

Tara Canyon

Angekommen im Nationalpark Durmitor ging es erstmal zu unserem Ferienhaus nahe Žabljak. Da wir nur eine Nacht bleiben wollten, sollten am gleichen Tag noch ein paar Aktivitäten folgen. Ziel Nummer 1 war die Đurđevića-Tara-Brücke, die die Schlucht des Flusses Tara überspannt. Die Tara-Schlucht ist stellenweise bis zu 1.300 Meter tief und hat eine Länge von 78 km. Das macht sie zur längsten und tiefsten Schlucht Europas und auch einer der größten Canyons der Welt. Von der Tara-Brücke hat man einen tollen Ausblick, hier kann man auch mit der Zipline über die Schlucht rauschen.

Crno Jezero / Der schwarze See

Die letzte Station am späten Nachmittag war der schwarze See im Nationalpark Durmitor. Der Crno Jezero, oder auch der Schwarze See genannt, ist der größte der ingesamt 18 Gletscherseen im Nationalpark Durmitor. Seine Farbe ist von der Niederschlagsmenge und Sonneneinstrahlung abhängig und kann so in schwarz oder auch in tiefen Blau- oder Grüntönen schimmern.

Tara Fluss

Am nächsten Tag fuhren wir bereits weiter Richtung Berane, im Nordosten von Montenegro. Im Nachhinein hätte man lieber mehrere Tage im Nationalpark Durmitor bleiben sollen, da es in der Gegend noch viel mehr zu sehen gibt. Auf dem Weg nach Berane fuhren wir auch längere Zeit am Tara Fluss entlang, wo wir an einer Stelle kurz Rast machten.

Berane

Berane war unsere letzte Station, bevor es wieder nach Podgorica ging, wo wir wieder zurückfliegen würden. Auch hier haben wir vier Nächte gebucht, diesmal in einem Hotel. Berane liegt in einem Talkessel am Fluss Lim und war für uns ein guter Ausgangspunkt um noch weitere Orte zu entdecken, z. B. auch mal in ein Nachbarland zu fahren. Albanien, Serbien und Kosovo sind jeweils nur etwa eine Autostunde entfernt. Ansonsten hat Berane nicht wirklich etwas zu bieten, stattdessen sollte man lieber mehrere Tage im Nationalpark Durmitor oder an der Tara Schlucht verbringen.

Biogradska Gora

Im Nordosten befindet sich der kleinste Nationalpark von Montenegro: Biogradska Gora. Er besteht im Großteil aus unberührtem Urwald, Bergen zum Teil von über 2.000 Metern, Almwiesen, Gebirgsbächen sowie 6 Gletscherseen. Im Bild ist der größte der 6 Seen zu sehen, Biogradska Jezero, der etwa auf einer Höhe von 1.100 Metern liegt. Der Nationalpark gehört gemeinsam mit einigen anderen Naturlandschaften in Bosnien-Herzegowina und Weißrussland zu den letzten richtigen Urwäldern Europas.

Auf dem Rückweg von Biogradska Gora nach Berane hielten wir bei Mojkovac an einem Restaurant, wo man eine ganz sehenswerte Aussicht hatte.

Lëpushë - Albanien

Von Berane bot es sich an einen Tag auch mal an in ein Nachbarland zu fahren. Die albanische Grenze war etwa eine Autostunde von uns entfernt, also fuhren wir kurz mal nach Albanien hinein. In Lëpushë hatte man einen tollen Blick auf die Berge, die zu den albanischen Alpen gehören. Der Weg dahin ist aber durchaus recht abenteuerlich. Der höchste Gipfel ist fast 2.700 Meter hoch. Einen kleinen Wasserfall gab es in Lëpushë auch, aber der war nicht sehr gut aufs Foto zu bekommen. Bärengebiet ist das auch, ein etwas mulmiges Gefühl hat man da schon manchmal, auch wenn es unwahrscheinlich ist einen zu treffen. Was man auch immer wieder am Straßenrand in Albanien sieht sind die runden Bunker, die vor allem zwischen 1972 und 1984 im sozialistischen Albanien entstanden. Rund 200.000 Stück soll es davon noch geben.

Bashkimi - Albanien

Nachdem wir in Lëpushë waren, machten wir noch einen kurzen Stopp bei diesem wirklich schönen Wasserfall in Bashkimi. Die Reste einer alten Brücke sind auch noch zu sehen.

Da das auf den Bildern gar nicht so schön rüberkommt wie es wirklich war, gibt es auch noch ein kleines Video, was ich mit meinem Handy gemacht habe.

Gusinje

Nach dem kleinen Albanien-Ausflug aßen wir in Gusinje, bevor es zurück ins Hotel nach Berane gehen sollte.

Im vorletzten Bild ist übrigens unser Mietauto (der weiße Opel-Bus) zu sehen mit dem wir immer unterwegs waren.

Podgorica

Den letzten Tag verbrachten wir in der Hauptstadt Podgorica, in einem Hotel nahe dem Flughafen. Wirklich viel zu sehen gab es hier aber nicht, außer extrem viel Müll. Einen Wasserfall gibt es noch, der allerdings bei der Hitze kein Wasser führte. Ansonsten gibt es eigentlich keinen Grund sich länger in der Hauptstadt aufzuhalten.

Ein Überblick über alle Orte in einer Karte

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Ich bin Philipp aus Meißen und fotografiere seit einigen Jahren hauptsächlich verlassene Orte - Orte, die heute nicht mehr genutzt werden, in Vergessenheit geraten sind und von der Natur allmählich zurückgeholt werden.

Dabei gibt es immer ein Motto: "Nimm nichts mit, außer Fotografien und hinterlasse nichts, außer Fußspuren!".

Neben den ganzen vergessenen Orten zeige ich auch gelegentlich Bilder von meinen Reisen und Touren, abseits von Verfall und Leerstand.