Ein Gasthof mit beeindruckendem Saal und bunten Fenstern

Der ehemalige Gasthof Erbgericht in Clausnitz zählt für mich zu den außergewöhnlichsten Lost Places, die ich fotografiert habe. Von außen ließ sich kaum erahnen, was sich hinter den Mauern verbarg. Im Inneren wartete ein beeindruckender großer Saal mit Bühne, dazu zahlreiche Zimmer, Gasträume und mehrere Bars.

Besonders auffällig waren die vielen farbenfrohen Buntglasfenster, die dem ansonsten bereits stark verfallenen Gebäude eine ganz besondere Atmosphäre verliehen. Im großen Saal hingen noch die alten Leuchten von der Decke und auch die Bühne mit ihrem Vorhang war erhalten. In einem weiteren Gastraum befand sich eine Bar, während lange Sitzreihen vor den bunten Fenstern noch erahnen ließen, wie diese Räume einst genutzt wurden.

Die Geschichte des Erbgerichts reicht deutlich weiter zurück als die Zeit des Leerstands. Bereits im 19. Jahrhundert wird in historischen Quellen ein mit einer Gasthofsgerechtigkeit verbundenes Erbgericht erwähnt. Später wurde das Gebäude unter anderem als Gasthof und in der DDR-Zeit offenbar auch als Ferienheim genutzt.

Als ich den Gasthof besuchte, war der Verfall bereits weit fortgeschritten. Trotzdem waren viele Details noch erstaunlich gut erhalten. Gerade der Kontrast zwischen dem maroden Gebäude und den farbenprächtigen Fenstern, den alten Leuchten und der großen Bühne machte den Ort für mich zu etwas Besonderem.

Leider blieb dem ehemaligen Gasthof nicht mehr viel Zeit. 2020 wurde das Gebäude abgerissen und damit verschwand ein historischer Treffpunkt aus dem Ortsbild von Clausnitz. Meine Fotografien halten damit einen Ort fest, der heute nicht mehr existiert.

Wer meine Arbeit unterstützen möchte, kann mich gern bei Ko-Fi unterstützen: Bring mich dahin!

Kommentare

Kommentar von Liane Häußler |

Sehr geehrter Herr Seibt, ich habe durch Zufall Ihren Beitrag zum lost place in Clausnitz (Erbgerichtsgasthof) gesehen. Ich bin die Ur-Ur-Enkelin des ersten Besitzers des Gasthofs und habe im Zusammenhang mit dem Abriss eine Dokumentation zur Geschichte desselben gemacht. Vielleicht könnten wir darüber einmal in Kontakt kommen, wenn Sie das interessiert. Bis dahin herzliche Grüße aus Dresden.
Liane Häußler

Antwort von Philipp Seibt

Hallo Frau Häußler. Das klingt wirklich interessant. Sie können mir gern auch einmal bei Instagram (@philippseibt.photography) oder Facebook (Fotografie Philipp Seibt) schreiben, wenn Sie möchten. Der Ort ist wirklich sehr interessant gewesen und einer der schönsten, die ich besucht habe.

Kommentar von Olaf seifert |

Schöne alte zeit

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Ich bin Philipp aus Meißen und fotografiere seit einigen Jahren verlassene Orte. Verwitterte Mauern, zerbrochene Fenster und verblasste Erinnerungen - diese Orte erzählen Geschichten von einer vergangenen Zeit. Mich fasziniert die morbide Schönheit dieser Orte und die Spuren der Zeit, die sie tragen.

Mit meiner Kamera halte ich diese vergessenen Momente fest und bewahre sie vor dem Vergessen. Dabei gibt es immer ein Motto: "Nimm nichts mit, außer Fotografien und hinterlasse nichts, außer Fußspuren!".

Neben der Lost-Places-Fotografie entstehen auf meinen Reisen und Touren auch Fotografien von Städten, Landschaften, Stadien und anderen besonderen Orten.