Am gleichen Tag, an dem wir die Tonwarenfabrik Germania besucht haben, ging es noch zu einem weiteren verlassenen Industriebetrieb: der ehemaligen Löwenbrauerei in Dahlen.
Viel war von der einstigen Brauerei zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr übrig. Ein großer Teil des Geländes wirkte bereits stark verfallen, war leergeräumt und teilweise zugemüllt. Besonders interessant war noch das oberste Geschoss unter dem Dach. Dort hatten sich einige alte Maschinen und technische Überreste erhalten, die einen kleinen Eindruck davon vermittelten, wie es hier früher einmal ausgesehen haben muss.
Die Geschichte der Brauerei reicht bis ins Jahr 1884 zurück. Damals wurde sie als Rittergutsbrauerei von Leo Freiherr Sahrer von Sahr, dem Besitzer des Rittergutes Dahlen, gegründet. In den folgenden Jahrzehnten wechselten Name und Eigentümer mehrfach. Ab 1946 wurde der Betrieb als Löwenbrauerei Dahlen KG geführt. Nach der Enteignung 1950 wurde daraus ein VEB, ab 1975 gehörte die Brauerei zum Getränkekombinat Leipzig.
Nach der Wiedervereinigung wurde die Brauerei 1990 reprivatisiert. Besonders interessant ist die kurze Geschichte der Leipziger Gose, die hier noch einmal produziert werden sollte. Der Unternehmer Lothar Goldhahn übernahm die Löwenbrauerei Dahlen 1991, um dort die traditionelle Leipziger Bierspezialität herzustellen. Die erste Gose aus Dahlen wurde noch im selben Jahr in der Leipziger Gosenschenke „Ohne Bedenken“ ausgeschenkt. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Produktion jedoch bereits 1995 wieder eingestellt.
Damit endete auch die Geschichte der Löwenbrauerei Dahlen als produzierender Betrieb. Die Gebäude standen anschließend noch viele Jahre leer und verfielen zunehmend. Teile der historischen Brauereigebäude waren bereits eingestürzt, als der Komplex schließlich abgerissen wurde.
Heute erinnert vor Ort nichts mehr an den ehemaligen Brauereibetrieb. Im Winter 2022/23 wurden die letzten Gebäude der Löwenbrauerei abgebrochen. Auf dem ehemaligen Brauereigelände ist inzwischen eine neue Nutzung vorgesehen.
Umso interessanter sind die Aufnahmen aus der Zeit, als die Gebäude noch standen und die letzten Spuren der ehemaligen Brauerei sichtbar waren.
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Lost-Places-Fotografie aus Meißen
Ich bin Philipp aus Meißen und fotografiere seit einigen Jahren verlassene Orte. Verwitterte Mauern, zerbrochene Fenster und verblasste Erinnerungen - diese Orte erzählen Geschichten von einer vergangenen Zeit. Mich fasziniert die morbide Schönheit dieser Orte und die Spuren der Zeit, die sie tragen.
Mit meiner Kamera halte ich diese vergessenen Momente fest und bewahre sie vor dem Vergessen. Dabei gibt es immer ein Motto: "Nimm nichts mit, außer Fotografien und hinterlasse nichts, außer Fußspuren!".
Neben der Lost-Places-Fotografie entstehen auf meinen Reisen und Touren auch Fotografien von Städten, Landschaften, Stadien und anderen besonderen Orten.
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